Ökostrom
Ökostromanlagen, -mengen und Biogas
>> Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
In der EU-Richtlinie 2001/77/EG sind Zielquoten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bis zum Jahr 2010 für alle Mitgliedstaaten festgehalten, die Berechnungsbasis bildet das Jahr 1997, Bezugsgröße ist der Bruttoinlandsstromverbrauch. Für Österreich ist die Anhebung des aufgrund der umfangreichen Wasserkraftnutzung relativ hohen Anteils erneuerbarer Energien von 70 % im Jahr 1997 auf 78,1 % bis 2010 vorgesehen. Während Länder wie Dänemark und Deutschland, die nicht im gleichen Maße wie Österreich durch Strom aus Wasserkraft gesegnet sind, ihre EU-Vorgaben bereits erreicht oder sogar übertroffen haben, entfernt sich Österreich immer mehr vom 78,1 %-Ziel. Deutschland beispielsweise konnte seinen Ökostrom-Anteil innerhalb von zehn Jahren auf Basis von Biomasse, Photovoltaik und Wind beinahe verdreifachen, Dänemark etwa vervierfachen. Die Ursachen für die schlechte Bilanz Österreichs liegt zum einen in den enormen Stromverbrauchszuwächsen der letzten Jahre, zum anderen im darniederliegenden Ausbau der Erneuerbaren, wie das Beispiel Windenergie zeigt.


>> Ökostromentwicklung
Bedingt durch das damals neue Ökostromgesetz kam es ab 2003 zu einer dynamischen Entwicklung in der Ökostromproduktion, die bis Mitte 2005 anhielt. Ende 2005 sind 4.576 Ökostromanlagen (ohne Kleinwasserkraft) mit einer installierten Leistung von 1.525 MW per Bescheid der Landesregierungen anerkannt. (Erst nach dieser Genehmigung kann ein Vertrag über die Stromabnahme mit dem Öko-Bilanzgruppenverantwortlichen (Öko-BGV) bzw. ab 2006 mit der OeMAG abgeschlossen werden.) Seite Anfang 2006 flacht
die Entwicklungskurve deutlich ab. So konnte die installierte Leistung in den darauffolgenden beiden Jahren gerademal um 97 MW erhöht werden. Die untere Tabelle zeigt, dass von den anerkannten 2.801,8 MW per 30. 06. 2008 erst 1.637,2 MW tatsächlich einen vertraglich geregelten Netzzugang haben.


>> In Ökostromanlagen produzierte elektrische Energie 2008
Die 2008 in Ökostromanlagen (hier ist die Großwasserkraft nicht mitgerechnet) produzierte elektrische Energie von rund 5.440 GWh pro Jahr wird zu einem Großteil von Windkraft und fester Biomasse bereitgestellt. Der Anteil der Kleinwasserkraft von 3.995 GWh im Jahr 2004 hat sich auf 945 GWh reduziert, da zahlreiche Anbieter aufgrund des lukrativeren Marktpreises den Ökostromtarif verlassen haben. Der Anteil der Windkraft hat sich seit 2004 um mehr als 1.000 GWh erhöht. Zum Vergleich: Der energetische
Endverbrauch Österreichs an elektrischer Energie betrug 2008 etwa 56 TWh (= 55.946 GWh).

>> Biogas – Wärme, elektrische Energie und Treibstoff
Biogas ist ein Gemisch von 50 bis 75 % Methan (CH4), 20 bis 45 % Kohlendioxid (CO2), ca. 2 bis 3 % Wasser (H2O) und Spuren von Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Stickstoff (N2) und Wasserstoff (H2). Sein unterer Heizwert beträgt etwa 5 bis 7,5 kWh/m3 (der Heizwert von Methan beträgt etwa 10 kWh/m3). Biogas kann zur Produktion von Wärme und elektrischer Energie, das Methan im Biogas als Treibstoff für Kraftfahrzeuge verwendet werden. In gereinigter Form kann es auch in Erdgaspipelines eingespeist werden.

>> Biogas
Ende 2007 ware insgesamt 340 Biogasanlagen mit einer Leistung von 90,09 MW als Ökostromanlagen anerkannt. Davon stehen 294 Anlagen in einem Vertragsverhältnis mit der OeMAG bei einer Jahresstromproduktion von 439,57 GWh. Vor 2001 existierten in Österreich rund 120 Kleinst-Biogasanlagen, die zumeist Gülle bzw. Abfälle energetisch nutzten. Bedingt durch das Ökostromgesetz 2002 hat es in Österreich einen erheblichen Zuwachs an Biogasanlagen gegeben. Eine neu eingeführte Stromvergütung ermöglicht es seitdem nachwachsende Rohstoffe (NAWARO) als Gärmaterial einzusetzen, die auf ihre Masse bezogen besonders hohe Gasausbeuten ermöglichen. Ebenso erfolgte in dieser Phase eine wesentliche Leistungssteigerung der Anlagen (von durchschnittlich 30 kWel. auf 250 kWel.). Nach Ende 2007 wurden nur noch drei neue Biogasanlagen errichtet.






