Biomasse-Nahwärme
>> Objektversorgung, Mikronetze, Fernwärme
Das Prinzip von Nah- und Fernwärmesystemen ist einfach, aber wirkungsvoll: Von einer Heizzentrale aus werden Einzelobjekte, Betriebe, Siedlungen, Dörfer usw. mit Wärme versorgt. Im Heizkessel der Zentrale wird Wasser erwärmt, es gelangt über gut isolierte Vorlaufleitungen zu den einzelnen Abnehmern, die über Wärmetauscher die benötigte Wärme in ihr Hauszentralheizungssystem übernehmen. Über Rücklaufleitungen gelangt das abgekühlte Wasser im Kreislauf wieder zurück zum Heizwerk.

>> Der Wärmeliefervertrag
Ein bewährter Vertrag sorgt für Klarheit zwischen Wärmekunden und -lieferanten. Mit dem Anschlss an ein Fernwärmenetz fallen für den Wärmekunden einmalig die Anschlusskosten sowie die Kosten für die Errichtung der Übergabestation an, die durch Förderungen noch vermindert werden können. Entsprechend dem Wärmeliefervertrag sind im laufenden Betrieb Grundpreis, Messpreis und Arbeitspreis (verbrauchte Wärme) zu entrichten. Dieser Wärmepreis ist durch eine transparente Wertsicherungsformel stabil.
>> Bequem und sorgenfrei
Vorteile für Wärmekunden:
- Hoher Bedienkomfort
- Kein Brennstoffkauf, kein Lagerraumbedarf, keine Kesselwartung
- Gezielte Verrechnung der tatsächlich konsumierten Wärme
- Stabiler Wärmepreis
- Heizen mit bestem Wirkungsgrad
>> Wer errichtet und betreibt Biomasse-Heizanlagen?
- Eine Gruppe von Land- und Forstwirten
- Gewerbebetriebe
- Gemeinden
- Energieversorgungsunternehmen
- Gemeinschaften von Wärmekunden
>> Holzenergie-Contracting
Immer mehr Waldbesitzer wagen den Schritt vom reinen Rohstofflieferanten zum Energiedienstleister. Bäuerliche Gemeinschaften versorgen und betreiben Biomasse-Heizanlagen und verkaufen die Wärme. Das Contracting-Modell bewährt sich hervorragend, ist dezentral und nachhaltig.
Von Holzenergie-Contracting spricht man, wenn Landwirte die Wärmeversorgung für ein größeres Objekt (Wohnhaus, Schule, Amtsgebäude etc.) oder mehrere benachbarte Gebäude (Mikronetz) übernehmen, auf ihre Kosten eine Hackgutheizanlage in den Heizraum des Abnehmers einbauen und mit den Kunden einen langfristig indexgesicherten Wärmeliefervertrag abschließen. Die bäuerliche Betreibergruppe übernimmt den Betrieb der Anlage, die Wartung und die Aufbringung des Brennstoffes und erhält als Entgelt für ihren Arbeits- und Kapitaleinsatz den entsprechenden Wärmepreis.
>> Vom Landwirt zum Energiewirt
Von der Betreibergemeinschaft sind rund 20 Prozent Eigenmittel aufzubringen, die restliche Finanzierung kann großteils mit Anschlusserlösen und Investitionsförderungen (derzeit 30 bis 40 Prozent) gedeckt werden. Der Vorteil für den Waldbauern liegt – im Gegensatz zum reinen Verkauf des Rohstoffs Waldhackgut – im weit höheren Erlös für die Dienstleistung Wärme.
Der Wärmekunde selbst hat mit dem Betrieb der Holzheizung nichts zu tun, er genießt höchsten Komfort zu einem attraktiven und stabilen Preis und ist unabhängig von künftigen Preisschwankungen auf den Öl- und Gasmärkten.





