Was ist Biomasse und Bioenergie?


Definition

In Östereich ist "Biomasse" gemäß ÖNORM M 7101 wie folgt definiert: "Unter dem Begriff Biomasse versteht man alle organischen Stoffe biogener, nicht fossiler Art und umfaßt also in der Natur lebende und wachsende Materie und daraus resultierende Abfallstoffe, sowohl von der lebenden als auch schon abgestorbener organischer Masse". Der Hauptteil der in Österreich energetisch verwendeten Biomasse stammt aus dem Wald.

Rohstoffe

Einige Beispiele:

  •   Restholz
  •   Strauchschnitt
  •   Bioabfälle
  •   Gülle aus der Tierhaltung
  •   Speisereste, Küchenabfälle
  •   Schlachtabfälle
  •   Resten der Gemüseverarbeitungsindustrie
  •   Schlempe von Brennereien
  •   Rasenschnitte
  •   Landschaftspflegeabfällen


Als Bioenergie bezeichnet man Energie, die aus Biomasse gewonnen wird. Biomasse ist gespeicherte Sonnenenergie in Form von Energiepflanzen, Holz oder Reststoffen wie z.B. Stroh, Biomüll oder Gülle. Bioenergie ist unter den Erneuerbaren Energieträgern der einzige vielseitige Energieträger: Sowohl Strom, Wärme als auch Treibstoffe können aus fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse gewonnen werden. 

Energetische Nutzung

Grundsätzlich kann zwischen fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse unterschieden werden. In Österreich wird Biomasse vorwiegend in der Form von Holz genutzt. Fast 50 % des inländischen Energieverbrauchs von erneuerbaren Energieträgern basiert auf Holzrohstoffen. Dazu zählen Scheitholz, Waldhackgut, Industrierestholz, Holzpellets. Die in der Biomasse gespeicherte Sonnenenergie kann in vielfältiger Form genutzt werden – zur Wärmeproduktion, zur Herstellung von Biokraftstoffen, zur Stromerzeugung. Rund 17 % des österreichischen Bruttoinlandsenergieverbrauchs werden derzeit durch Biomasse abgedeckt, wobei die Wärmenutzung eindeutig dominiert. Das Heizen mit Holz spielt also eine große Rolle: Die Bandbreite reicht hier von Einzelöfen, automatischen Kleinfeuerungen (Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz), Kachelöfen bis zu Heizwerken, die einzelne Gebäude oder ganze Nah- bzw. Fernwärmenetze speisen. Mehr als zwei Drittel der Biomasse werden in diesem Niedertemperaturbereich, also vornehmlich zur Erzeugung von Raumwärme genutzt.
Die bei der Verbrennung von Biomasse entstehende Wärme kann darüber hinaus verwendet werden, um Dampf zu erzeugen, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Neben dieser Technik gibt es auch verschiedene andere Verfahren der Elekrizitätserzeugung aus Biomasse (ORC-Prozess, Stirlingmotor, Holzvergasung). Über eine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kann bei allen diesen Prozessen Wärme und Strom genutzt werden.

Ein bedeutender Anteil geht auf die Biomasse zur Erzeugung von Prozesswärme – vor allem in der Papier- und Zellstoffindustrie und in der holzbe- und -verarbeitenden Industrie. Die in der Papier- und Zellstoffindustrie als Nebenprodukt anfallenden Ablaugen stellen ebenfalls einen erneuerbaren Energieträger dar. Neben Rinde werden diese Ablaugen, die im Wesentlichen aus dem gelösten Holzbestandteil Lignin bestehen, in Ablauge- und Wirbelschichtkesseln zumeist zur Deckung des Eigenbedarfs an Strom und Raumwärme und vor allem zur Deckung des betrieblichen Prozesswärmebedarfs eingesetzt.
Biogas wird mittels Gasmotoren ebenfalls zur Stromerzeugung herangezogen. Auf diese Weise kann die Landwirtschaft mehrere tausend Hektar landwirtschaftliche Fläche in die Energieproduktion einbinden. Der Rohstoff Biogas kann allerdings auch zur Treibstoffproduktion herangezogen werden. Durch die Aufbereitung des landwirtschaftlichen Rohgases auf Erdgasqualität wird ein Einsatz in modernen gasbetriebenen Fahrzeugen möglich. Derzeit sind das in erster Linie städtische Fuhrparks, die auf diese umweltfreundliche Alternative umgerüstet wurden. Das veredelte Biogas kann darüber hinaus in das Erdgasnetz eingespeist werden und damit stehen dem erneuerbaren Energieträger alle Verwendungs- und vor allem Verteilungsoptionen wie seinem fossilen Verwandten offen.
Zu den Biokraftstoffen zählen weiters kalt gepresste Pflanzenöle, Biodiesel (Fettsäuremethylester) und Ethanol-Kraftstoffe. Für die Dieselproduktion werden vorrangig Raps und Sonnenblume herangezogen, die Alkoholerzeugung basiert meist auf Getreide oder Zuckerrüben.

Nach oben