Biomasse-Verband stellt Fakten klar


Papierindustrie soll dem Einkaufsmonopol nicht mehr nachtrauern

(Wien, 31.05. 2017) Der heutige Auftritt von Bundeskanzler Christian Kern beim Papierkongress in Graz löst in der Biomasse-Branche großes Unverständnis aus und beweist, wie groß der Informationsbedarf bezüglich der Nutzung von fester oder gasförmiger Biomasse in Österreich ist. Besonders bedauernswert ist, dass einer dem Einkaufsmonopol nachtrauernden Branche eine derartige Bühne geboten wird, wo es rein um internationale Konzerninteressen und nicht um die heimische Energie- oder Arbeitsplatzpolitik geht. Dazu möchte der Österreichische Biomasse-Verband einige Fakten klarstellen:

•    Biomasse ist neben der Wind- und Wasserkraft die wichtigste erneuerbare Stromquelle in Österreich und die Basis jeglicher Bioökonomie-Überlegungen.
•    Ohne die heimischen Biomasse-KWK-Anlagen würden die Stromimporte auf über 20% ansteigen, was nur die Kohle- und Atomstromproduktion in den Nachbarländern fördert.
•    Die heimischen Biomasse-Technologien zählen weltweit zu den Marktführern. Die behördlichen Auflagen sind streng und werden kontinuierlich nachgebessert. In Österreich können nur mehr hocheffiziente Anlagen gebaut werden.
•    Neben Ökostrom produzieren die Anlagen auch Wärme. Rund 20% der Fernwärmeversorgung und 6000 Arbeitsplätze sichert die KWK-Branche.
•    Es besteht grundsätzlich keine Rohstoffkonkurrenz, weil zum überwiegenden Teil unterschiedliche Holzsortimente verwendet werden. Der Holzpreis hat sich seit den 1990ern real betrachtet mehr als halbiert. Die Importe der Papierindustrie blieben anteilig auf gleichem Niveau.
•    Die Anlagen erzeugen auch in den Wintermonaten Strom, gerade dann wenn wenig Wasserkraft und PV-Strom vorhanden ist und Kohlekraftwerke auf Hochtouren laufen.
•    Holz ist gespeicherte Sonnenenergie, wodurch notwendige Speicherkapazitäten reduziert und das Stromnetz stabilisiert werden kann.

„Wenn wir die Energiewende meistern wollen, müssen wir alle erneuerbaren Energieträger optimal ausbauen und den Energieverbrauch reduzieren. Der Bioenergie kommt hier eine Schlüsselrolle zu, sie verfügt über die gleichen Potenziale wie alle restlichen Erneuerbaren zusammen. Ohne Bioenergie ist die Energiewende schlichtweg nicht möglich. Der Versuch, die Erneuerbaren gegeneinander auszuspielen, führt nur dazu, das fossil und atomar geprägte Energiesystem weiter einzuzementieren. Mit zukunftsorientierter und verantwortungsvoller Energiepolitik hat dies nichts zu tun. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien samt heimischer Wertschöpfung und Arbeitsplätzen“, schlussfolgert Josef Plank, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.


Rückfragehinweis:
Antonio Fuljetic-Kristan
Österreichischer Biomasse-Verband
Mobil:   +43/660 85 56 804
Email:   fuljetic@biomasseverband.at

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  • Größe: 346 KB
  • Veröffentlicht: 31.05.2017
  • Autor: ÖBMV