„quer-denker“: zwei Jahrzehnte Ökosoziale (Energie-) Politik zum Nachlesen

Ökosozial statt marktradikal

Buchpräsentation Beginn: Donnerstag, 9. August 2007 , 18:00 Uhr Oktogon "Am Himmel" Wien

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Die jüngste Publikation des Österreichischen Biomasse-Verbandes, die am 9. August im Oktogon „Am Himmel“ einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurde, trägt den Titel „quer-denker. Ökosozial statt marktradikal“. Die Autoren sind gleichzeitig auch die Namensgeber des knapp 120 Seiten starken Buches: der ehemalige österreichische Vizekanzler und langjährige Präsident des Ökosozialen Forum Österreich, Josef Riegler, und sein Weggefährte Ernst Scheiber, langjähriger Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der „Ökoenergie“.

Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes: „Es ist das Zeugnis von 33 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit eines Duos, das aber nicht nur die Fähigkeit zum Quer-, sondern stets auch zum Vordenken auszeichnet. So war es auch über Jahrzehnte vor allem die Suche nach Alternativen, nach neuen Wegen, nach innovativen Lösungen für Probleme und Herausforderungen, die sich stellten. Und das nicht grundsätzlich, aber gegebenenfalls auch gegen den herrschenden Zeitgeist und den Mainstream.“

Die Texte von Josef Riegler, Vorträge und Aufsätze aus zwei Jahrzehnten, spiegeln das wider, was ihn, den Politiker und Menschen, zeitlebens geprägt hat: großes Engagement für soziale und ökologische Belange einerseits und ein deutliches Bekenntnis zur Marktwirtschaft andererseits – stets eingebettet in ein zutiefst christlich-soziales Weltbild. Schon vor zwanzig Jahren gelang es Riegler, diese auf den ersten Blick als Widerspruch anmutenden Prinzipien in einem umfassenden Konzept zu vereinen: das „Manifest für eine Ökosoziale Agrarpolitik“, später ausgeweitet auf die „Ökosoziale Marktwirtschaft“ – damals nahezu revolutionär und vor allem vorausschauend, heute in vieler Hinsicht in der heimischen wie auch der europäischen Politik verankert und umgesetzt.

Dass ein Mensch mit Gestaltungswillen und visionären Gedanken, wie es Josef Riegler ist, es über kurz oder lang nicht dabei belässt, Ideen angenommen und umgesetzt zu sehen und sich sozusagen auf solchen Lorbeeren auszuruhen, zeigt sich in den aktuellen Texten, die wesentlich von der Initiative für einen „Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft“ geprägt sind. Faire Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Planeten sind es, für die sich Riegler stark macht – und auch hier wieder verankert in einem Konzept, das durchdacht und durchführbar ist. Nicht Luftschlösser zu bauen, ist seine Sache, sondern die Realisierung von vermeintlichen Träumen voranzutreiben.

Fast einen Kontrapunkt zu den in ihrem Stil ruhigen, sachlich-analytischen Aufsätzen von Riegler bilden die Texte von Ernst Scheiber, der mit scharfer Zunge und spitzer Feder agiert, wenn es darum geht, Fehlentwicklungen aufzugreifen, nach deren Ursachen zu suchen und sie zu kommentieren. Wie bereits in „quer-sch(r)eiber“, als dessen Fortsetzung nun „quer-denker“ zu erachten ist, handelt es sich um Glossen, die er als Chefredakteur der Zeitschrift „Ökoenergie“ verfasst hat und die seinen unermüdlichen Einsatz für eine Energiepolitik dokumentieren, die auf Nachhaltigkeit und soziale wie ökologische Verträglichkeit ausgerichtet sind.

Scheibers Worte bewegen, sie rufen begeisterte Zustimmung oder wütende Ablehnung hervor – und das kommt freilich nicht von ungefähr. Er scheut es nicht, Schwachpunkte und Verlogenheiten in Politik und Wirtschaft aufs Korn zu nehmen und er scheut es auch nicht, sich solcherart den einen oder anderen „Feind“ zu schaffen – ob Vertreter der Atom- oder Fossilenergielobby, ob Akteure in Washington, Moskau, Brüssel oder Wien. Er ist aber keiner, der nur anprangert, sondern der – ausgehend davon, was „falsch“ läuft – stets auch den Alternativweg aufzeigt und „richtige“ Lösungsmöglichkeiten präsentiert. Wie auch Josef Riegler ist es die Umsetzung der Ökosozialen Marktwirtschaft auf allen Ebenen, für die Ernst Scheiber stets kämpfte und die im Engagement für die Verwirklichung des „Global Marshall Plan“ seine Fortführung findet. Und das ist es, was die beiden Autoren auch für die Zukunft verbindet: die gemeinsame Vision von einer weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft mit sozialen Mindeststandards und einem ressourcen- sowie umweltschonenden Wirtschaften, das den Bewohnern aller Kontinente ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht.

>> Bildmaterial

"Wir müssen ökosozial statt marktradikal handeln", forderten die Autoren der jüngsten Publikation des Österreichischen Biomasse-Verbandes Josef Riegler (Mitte) und Ernst Scheiber. Biomasse-Verbands-Präsident Heinz Kopetz (rechts) präsentierten die Publikation mit dem Titel "quer-denker" im Oktogon in Wien.

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„quer-denker. Ökosozial statt marktradikal“ 
ISBN: 3-9501869-7-2, 116 Seiten, Preis: € 9,75
Österreichischer Biomasse-Verband 
Franz Josefs-Kai 13
1010 Wien
Telefon: +43/(0)1/533 07 97
Fax: +43/(0)1/533 07 97-90; 
E-Mail: dworak(at)oesfo.at

Kombiangebot:

„quer-denker“ und „quer-sch(r)eiber“ (Glossensammlung von Ernst Scheiber zu nationalen, europäischen und globalen Fragen der Umwelt- und Energiepolitik aus der Zeitschrift „Ökoenergie“ von 1992 bis 2004) zum Preis von € 17,–. Bestellungen siehe oben.


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