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Experten und Betroffene warnen vor Schäden an Gesundheit, Eigentum und Umwelt

Die geplante Schiefergasförderung im Weinviertel ist mit zahlreichen Fragezeichen und Risiken behaftet: umstrittene „saubere“ Fördermöglichkeit sowie Wirtschaftlichkeit, überschätzte Schiefergasvorkommen inklusive Gefahr für Mensch und Umwelt. Diese Schlussfolgerungen ziehen Werner Zittel vom deutschen Ludwig-Bölkow-Institut, Borislav Sandov, Mitglied der „Climate Action Coalition Bulgaria“ sowie Calvin Tillman, ehemaliger Bürgermeister der texanischen Kleinstadt Dish, im Rahmen der Veranstaltung „Schiefergas – Methoden und Risiken“ am 28. Februar in der Akademie der Wissenschaften.*


Schiefergas-Vorrat für wenige Jahre. „Was der Öffentlichkeit als technischer Fortschritt verkauft wird, belegt genauer betrachtet die Verzweiflung der Unternehmen, noch möglichst lange das ‚alte’ Geschäft der Gasförderung aufrechtzuerhalten“, so Zittel. „Die Äußerung, dass mit den geschätzten Schiefergasmengen im Weinviertel Österreich für etwa 30 Jahre von Erdgasimporten unabhängig wäre, ist deutlich übertrieben. Anhand einer Modellrechnung mit typischen Förderprofilen kann man abschätzen, dass der Beitrag zur Erdgasversorgung Österreichs im günstigsten Fall für einige Jahre etwa 10 % betragen könnte.“ Der Förderaufwand für Schiefergas sei wesentlich größer und der Ertrag pro Kubikmeter Gestein geringer als bei konventionellen Bohrungen, wodurch an der Wirtschaftlichkeit gezweifelt werden muss. Ein „Clean Fracturing“-Verfahren wird laut Zittel in den USA schon seit Jahren ohne nennenswerte Markterfolge angeboten. Die österreichischen Schiefergas-Investitionen wären sinnvoller angelegt, würden sie in den Umbau der Energieversorgung in Richtung erneuerbarer Energien gelenkt.

Gefahr für die Wasserversorgung. Nach einer sechsmonatigen Anti-Schiefergas-Kampagne wurde im Jänner 2012 die „Hydraulic Fracturing“-Fördermethode in Bulgarien verboten. „Die größte Gefahr bestand in der Verseuchung des Wasserbeckens ‚Malm-Valange’ – der wichtigsten Trinkwasserreserve für das gesamte Balkan-Gebiet“, erklärt Sandov. Ferner ist es die einzige Quelle für das landwirtschaftlich geprägte Landesinnere – „Die Kornkammer Bulgariens“.

Studien beweisen negative Auswirkungen. Dish vereint alles, was im Zusammenhang mit der Schiefergasförderung steht: Aufbereitungsanlagen, „Fracturing“-Bohrungen samt Lärm, Pipelines sowie Gaskompressoren. Die Folgen: Eingriffe in das Eigentum sowie Umwelt- und Gesundheitsschäden. Eine unabhängige Luftgütestudie identifizierte Grenzwertüberschreitungen für 16 verschiedene Chemikalien. Zahlreiche darauf folgende Studien bestätigten das Vorkommen derselben Risikostoffe nahe Schiefergas-Aufbereitungsanlagen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. „Auch die Gesundheit meiner Kinder litt darunter“, erklärt Tillman. „Daraufhin entschieden wir uns, der Gesundheit Vorrang zu geben und Dish im März 2011 zu verlassen.“

*Organisatoren der Veranstaltung: Austria Solar, Österreichischer Biomasse-Verband, Kleinwasserkraft Österreich, Photovoltaic Austria, Umweltdachverband und IG Windkraft. Die Verbände fordern in einem „offenen Brief“ von der Bundesregierung ein generelles Schiefergas-Förderverbot und den weiteren Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien.

Rückfragehinweis:

Austria Solar, Roger Hackstock, Tel: 01 581 13 27 12, Mail: office@austriasolar.at

Österreichischer Biomasse-Verband, Antonio Fuljetic, Tel: 01 533 07 97 32, Mail: fuljetic@biomasseverband.at

Kleinwasserkraft Österreich, Martina Prechtl, Tel: 01 522 07 66 0, Mail: office@kleinwasserkraft.at

Bundesverband Photovoltaic Austria, Hans Kronberger, Tel: 01 522 35 81, Mail: office@pvaustria.at

Umweltdachverband, Sylvia Steinbauer, Tel: 01 40113 21, Mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at

IG Windkraft, Martin Fliegenschnee-Jaksch, Mobil: 0699 / 188 77 855, Mail: m.fliegenschnee@igwindkraft.at

Videos zur Veranstaltung

Bilder zur Pressekonferenz und Veranstaltung

 
 

Download des offenen Briefs an die Bundesregierung

Offener Brief: Schiefergas - Gefahr für Umwelt und Energiewende


  • Größe: 342 KB
  • Veröffentlicht: 27.02.2012
  • Autor: EEÖ

Studie vom Europäischen Parlament zum Download

Studie Auswirkungen der Gewinnung von Schiefergas


  • Größe: 1.5 MB
  • Veröffentlicht: 26.09.2011
  • Autor: EU Parlament