Die Gewinner des Holzenergiepreises 2025

Im Rahmen der 8. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz wurden die Sieger in den Kategorien Hackgut, Pellets und Forschung am 22. Jänner 2026 gekürt. Eine Expertenjury unter dem Vorsitz von Dr. Josef Rathbauer, BLT Wieselburg, wählte aus den eingereichten innovativen Umsetzungen die Preisträger aus. Die drei Gewinner sind: Die Energiewerk Ilg GmbH mit der „CO2-Abscheidung im Holzkraftwerk“ in der Kategorie Hackgut; das Projekt Solarpellet der Zellhofer Engineering GmbH im Bereich Pellets; in der Forschung überzeugte das Projekt Waste2Value – Forschungsanlage Wien-Simmering. Die drei Gewinner spenden das Preisgeld an karitative Organisationen. Der Dank gilt den Sponsoren Österreichische Hagelversicherung, Kelag Energie & Wärme, Österreichische Bundesforste, proPellets Austria und der Landwirtschaftskammer Österreich.

Aus Abgasen wird wertvoller biogener Rohstoff

„Seit September 2025 läuft in Dornbirn ein echtes Pionierprojekt: Die erste landesweite Anlage zur CO2-Abscheidung aus einem Biomassekraftwerk ist in Betrieb. Sie fängt Kohlendioxid aus den Abgasen des Holzkraftwerks ein und macht daraus einen wertvollen biogenen Rohstoff für regionale Betriebe. Dafür wird die EnergieWerk Ilg GmbH mit dem Holzenergiepreis 2025 in der Kategorie Hackschnitzel ausgezeichnet“, begründet Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, anlässlich der Verleihung. „Das Projekt ist weltweit einmalig und wegweisend. Das Kraftwerk erzeugt aus dem regionalen Energieträger Hackgut gleichzeitig Strom, Wärme, Pflanzenkohle und flüssiges CO2. Dabei verfolgt es einen ganzheitlichen Ansatz, der Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und Negativemissionen miteinander verbindet.“

Pelletsproduktion mit PV-Strom und künstlicher Intelligenz

„Das Projekt Solarpellet der Zellhofer Engineering GmbH revolutioniert die Art und Weise, wie erneuerbare Energie und Biomasse miteinander verbunden werden. Es handelt sich um eine mobile, vollautonome Pelletieranlage, die überschüssigen Photovoltaik-Strom direkt vor Ort nutzt, um Hackschnitzel in hochwertige Holzpellets zu verwandeln. Die Besonderheit liegt in der intelligenten, KI-gestützten Steuerung“, schildert Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria, bei der Preisübergabe. „Viele Pelletieranlagen verwenden Strom, den sie selbst erzeugen. Neu und innovativ ist der Einsatz von KI. Die KI übernimmt bei Zellhofer die komplette Anlagensteuerung – sie analysiert Wetterdaten, Photovoltaik-Erträge und Betriebsparameter in Echtzeit und entscheidet selbstständig, wann und wie produziert wird. Dadurch wird der Eigenverbrauch von Solarstrom maximiert, die Netzbelastung reduziert und eine nahezu CO2-freie Produktion ermöglicht.“

Aus Abfällen wird grüne Energie

„Die thermochemische Umwandlung biogener und kunststoffreicher Reststoffe bietet großes Potenzial zur Substitution fossiler Brennstoffe und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in kohlenstoffbasierten Industrien. Durch die thermochemische Gaserzeugung lassen sich diese Reststoffe in ein nutzbares Produktgas umwandeln, das weiter zu gasförmigen oder flüssigen Produkten verarbeitet werden kann, wie es das von der von BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH eingereichte Projekt Waste2Value in der Forschungsanlage in Wien-Simmering vorzeigt“, präsentiert Adolf Melcher, seit 2015 Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme GmbH, das Siegerprojekt in der Kategorie Forschung. „Im Rahmen der Habilitation von Univ.-Prof. Dr. Matthias Kuba, dem wissenschaftlichen Leiter der Syngas Platform Vienna, wurden grundlegende Untersuchungen zu verschiedenen Aspekten der Gaserzeugung durchgeführt: unter anderem zur Rolle von Asche und Bettmaterialien, zum Verhalten gasförmiger Kohlenwasserstoffe sowie zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Aschen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bildeten die Basis für weiterführende anwendungsorientierte Experimente im Demonstrationsmaßstab.“

Bilder von der Preisverleihung:

Silberpreis-Gewinner:

Kategorie Hackschnitzel:

“Gartenbau Merschl als Pionier für Carbon Capture”, HERZ Energietechnik GmbH

“Integriertes Wärmeerzeugungssystem-Sektorenkopplung Biomasse- Faulgas und Abwasserwärme-Eni Schritt zur klimaneutralen Wärmeversorgung”, Stadtwerke Gleisdorf GmbH

“Diakonie de la Tour: Energieautark mit Strom und Wärme aus Biomasse”, Ringhofer & Partner GmbH

“Energiezentrale – Leuchtturm Wirtschaftshof Wolfsberg”, Stadtgemeinde Wolfsberg

Kategorie Pellets:

“Neuartiges Befeuerungskonzept zur CO2-armen Kalkherstellung”, Baumit Beteiligungen GmbH

“Hocheffizienter Pelletkochherd für Schulen in Afrika”, DI Dr Christian Rakos, World Bioenergy Association

“Maximale Leistung, minimale Emission – Nachhaltige Wärme für starke Betriebe”, ÖkoFEN Forschung- und EntwicklungsgesmbH

“Kreislaufgerechte und ressourcenschonende Pelletsproduktion”, Holzindustrie Stallinger GmbH

Kategorie Forschung:

“BioLoop-Projekt_Dissertation: Investigation of Chemical Looping Combustion in Fluidized Beds as Bioenergy Carbon Capture and Storage Technology”, BOKU, IVE

“PLASMAFORCE® – Die Revolution der Zündtechnologie für Biomasse”, BXTECH GmbH

“Synthetic Natural Gas from Woody Biomass”, TU-Wien

Mit Unterstützung von:

Die Preisverleihung in 3 Kategorien 

Pellets / Hackschnitzel / Forschung

Der Österreichische Biomasse-Verband schreibt jährlich einen Preis in drei Kategorien aus. Einreichungen sind von Privatpersonen wie auch Unternehmen möglich. Eingereicht werden können Projekte aus der Brennstoff- und Anlagenproduktion, Bau- und Endkundenprojekte in allen Größenordnungen sowie abgeschlossene Dissertationen und Habilitationen.

Der Holzenergiepreis steht unter dem Motto Gute Wärme wächst nach

 

ZIELGRUPPEN

  • Wirtschaft / Gewerbe / Unternehmen / Land- und Forstwirtschaft
  • Organisationen / Verbände / Vereine / Arbeitsgemeinschaften
  • Schulen / Kindergärten / Berufsschulen / Gemeinden
  • Dissertant*innen und Habilitand*innen von Hochschulen & Universitäten
  • Privatpersonen

PROJEKTE / BEREICHE

Brennstoff- und Anlagenproduktion, Bau- und Endkundenprojekte in allen Größenordnungen von Privat und Gewerbe

In der Kategorie Forschung: abgeschlossene Dissertationen und Habilitationen 

BEWERTUNGSKRITERIEN

Einreichberechtigt sind alle, die ein Projekt in Zusammenhang mit Holzenergie auf Basis von Pellets oder Hackschnitzel realisiert haben oder ein Projekt in diesem Bereich umsetzen. In der Kategorie Forschung können Dissertationen oder Habilitationen aus dem Bereich “Bioenergie – Ressourcen, Technologien und Anwendungen” eingereicht werden. Mindestanforderung: Projektumsetzung 2022-2025. 

WIE REICHE ICH EIN?

Laden Sie bitte den Fragebogen runter, füllen diesen aus und senden ihn bitte an holzenergiepreis@biomasseverband.atEinreichschluss ist der 30. Oktober 2025 

VERÖFFENTLICHUNG

Die Gewinner werden im Rahmen der 8. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz am 21.Jänner 2026 in Graz prämiert. Darüber hinaus wird in der Zeitung Ökoenergie das jeweilige Gewinnerprojekt präsentiert.  Mit der Einreichung stimmen Sie der Veröffentlichung ihres Projektes im Falle eines Gewinns sowie der Spende des Preisgeldes an eine karitative Einrichtung zu.

PREISGELD / JURY

Das Preisgeld beträgt jeweils 1.000,- Euro und wird einer von Ihnen vorgeschlagenen karitativen Einrichtung gespendet. Die Jury besteht aus VertreterInnen der Holzenergiebranche sowie Fachleuten. Die Bewertung erfolgt unabhängig. Mitglieder der Jury sind von der Preisverleihung ausgeschlossen. 

Einreichschluss ist der 30. Oktober 2025. 

Fragen und Einreichungen senden Sie bitte an: holzenergiepreis@biomasseverband.at

Unser Folder zum Holzenergiepreis 2025

Alle ausgezeichneten Projekte des Jahres 2024 finden Sie in unserer Broschüre zum Holzenergiepreis 2024

Holzenergiepreis 2024

Holzenergiepreis 2023